Zerstörung des Glaubens oder Reifung? Eine Replik auf die gängigen Missverständnisse über das progressive Christentum

Kürzlich erschien im Apologetik Projekt ein ausführliches Gespräch unter dem Titel „Wie das progressive Christentum die Grundlagen des christlichen Glaubens zerstört“. Die drei Gesprächspartner – Simon Garrecht, Paul Bruderer und Matt Studer – verhandeln darin das Phänomen des progressiven und postevangelikalen Glaubens.

Als Theologe, der diesen Weg seit vielen Jahren reflektiert, per Podcast begleitet und in meinen Büchern entfaltet hat, habe ich dem Podcast aufmerksam zugehört. Mein Eindruck: Hinter der vordergründig sachlichen Fassade verbirgt sich ein Lehrstück über das grundlegende Unverständnis konservativer Apologetik gegenüber Menschen, deren Glaube in Bewegung geraten ist. Anstatt das progressive Christentum als ernsthaften theologischen Suchprozess und geistliche Reifung zu begreifen, wird es im Podcast auf alte Schubladen („reinkarnierter Liberalismus des 19. Jahrhunderts“), soziologische Schreckgespenster („Kulturmarxismus“) oder schlicht eine „Durchgangsstation zum Atheismus“ reduziert.

Hier ist eine theologische Richtigstellung entlang der vier gravierendsten Denkfehler des Podcasts – und warum dieser Diskurs dringend eine tiefere Perspektive braucht.

1. Denkfehler: Dekonstruktion ist kein „Präatheismus“, sondern Glaubensreifung

Im Podcast wird behauptet, progressiver Glaube habe keine Eigendynamik, sei ein bloßes „Strohfeuer“ und letztlich nur ein bequemer Zwischenstopp auf dem Weg in den Agnostizismus oder Atheismus. Wer so argumentiert, verkennt die Dynamik geistlicher Entwicklung. Glaube ist kein statisches System aus unumstößlichen Dogmen, den man entweder unhinterfragt schluckt oder ganz verliert. In der Entwicklungspsychologie (etwa bei James Fowler) und in der christlichen Mystik wissen wir: Reifer Glaube entsteht oft erst durch das Scheitern simpler Gewissheiten.

Wenn Menschen feststellen, dass traditionelle Antworten nicht mehr zu den komplexen Realitäten des Lebens, des Leids oder wissenschaftlicher Erkenntnis passen, dekonstruieren sie nicht ihren Glauben an Jesus, sondern ein zu eng gewordenes, fundamentalistisches Erklärungssystem. Progressive Theologie ist keine Flucht vor Gott, sondern der Versuch, den Glauben vor dem Erstickungstod in einem unhaltbar gewordenen Dogmatismus zu bewahren. Wer diesen heilsamen, biblisch begründeten Reifungsprozess als „Abfall“ diffamiert, zwingt Suchende erst recht in die Isolation.

2. Denkfehler: Wer die Bibel nicht wörtlich liest, beraubt sie der Autorität

Die Gesprächspartner werfen progressiven Christen vor, die Bibel zu „vermenschlichen“, ihren Offenbarungscharakter zu leugnen und die Schrift als Projektionsfläche für den Zeitgeist zu missbrauchen. Dem wird die Formel „Gottes Wort im Menschenwort“ gegenübergestellt – allerdings so verstanden, dass die Bibel am Ende doch wie ein vom Himmel gefallenes, fehlerfreies Gesetzes- und Dogmenbuch gelesen wird.

Hier liegt ein fundamentales Missverständnis von Offenbarung vor:

  • Ein inkarnatorisches Bibelverständnis: So wie Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott war (und kein übermenschliches Scheinwesen), so ist die Bibel zutiefst menschliche Literatur, durch die Gottes Geist spricht. Die zeitbedingten Weltbilder, patriarchalen Strukturen und antiken Gewaltvorstellungen der Autoren zu benennen, zerstört nicht die Inspiration – es befreit uns von einer unbiblischen Bibliolatrie (Bibelvergötterung).
  • Die Hermeneutik Jesu: Jesus selbst hat das Alte Testament keineswegs als starres Diktat gelesen. Er hat Gebote relativiert, zugespitzt und korrigiert („Ihr habt gehört, dass gesagt ist … ich aber sage euch“, Mt 5). Sein hermeneutischer Schlüssel war niemals buchstäblicher Fundamentalismus, sondern Barmherzigkeit, Liebe und tiefe Menschlichkeit („Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer“, Mt 9,13). Gerade das Neue Testament wird nicht müde zu betonen, dass die gesamte Schrift im Gebot der Nächstenliebe zusammengefasst werden kann (z.B. Mt.7,12) oder dass das Ziel aller Unterweisung die Liebe ist (z.B. 1.Tim.1,5). Gerade in der Nächstenliebe offenbart sich die Gottesliebe der Christen.

Die Bibel verliert nicht an Autorität, wenn wir sie im Licht Christi lesen – sie gewinnt sie erst. Der Maßstab unseres Glaubens ist kein unfehlbarer Buchstabe, sondern die lebendige Person Jesu von Nazareth. Es geht nicht um den Buchstaben, sondern um den Geist der Schrift. Und der Geist ist der Heilige Geist, und der Heilige Geist ist der Geist Christi.
Evangelikale Hermeneutik ist an vielen Stellen nichts anderes wie eine Hermeneutik der Auslassungen. Das starre fundamentalistisch/dogmatische System funktioniert nur, weil man sich der eigenen subjektiven Bibeltreue gar nicht bewusst ist. Gerade wer die gesamte Heilige Schrift ernst nehmen möchte, muss wahrnehmen, dass sie vielstimmig und mehrdeutig ist. Die scheinbar eindeutigen Dogmen der evangelikalen Welt können nur postuliert werden, weil anderslautende Texte der Bibel schlichtweg nicht gekannt oder herangezogen werden. Die Methode der hermeneutischen Auslassungen ist so perfektioniert, dass den meisten Christen nicht einmal auffällt, vor wie vielen Texten sie die Augen verschließen müssen, um ihre Überzeugungen aufrecht zu erhalten. Und wahrscheinlich steht jede Glaubensrichtung in der Gefahr, mit hermeneutischen Auslassungen zu arbeiten. Aber kaum ein System ist sich dessen so wenig bewusst wie das Evangelikale und sich gleichzeitig so sicher im Besitz der Wahrheit zu sein. Auch ich habe Dogmen, die mir ungeheuer ans Herz gewachsen sind und ohne die ich mir meinen Glauben nicht mehr vorstellen kann, zum Beispiel die Allversöhnung. Aber ich komme nicht im Traum darauf, denjenigen, die meine Sicht der Allversöhnung nicht teilen, den Glauben abzusprechen oder sie außerhalb des Christentums zu verorten. Hier haben die Teilnehmer des Podcasts weniger Hemmungen. Die wahre Problematik liegt doch nicht in der Unterschiedlichkeit biblischer Überzeugungen. Die Kirchengeschichte füllt Bücher darüber, wie unterschiedlich biblische Überzeugungen schon immer waren. Die Problematik liegt vielmehr in der richtenden und verurteilenden Haltung bestimmter christliche Kreise, die ihre Überzeugungen so selbstsicher mit der Wahrheit gleichsetzen. Und gerade darin liegt der echte Unterschied zwischen evangelikaler und postevangelikaler Theologie. Sie unterscheiden sich nicht einfach in ihrer Dogmatik – sie unterscheiden sich in ihrer Haltung: Postevangelikale Christen teilen bestimmte Lehrsätze und Dogmen der evangelikalen Welt nicht mehr. Sie mögen manche dieser Lehren auch als toxisch und krankmachend erlebt haben. Aber sie sind auch befreit von dem Reflex, denjenigen das Heil und die Ernsthaftigkeit im Glauben abzusprechen, die zu anderen Auffassungen und Überzeugungen gelangen wie sich selbst. Ich hoffe und wünsche mir, dass das auch weiterhin die Charakteristik postevangelikalen Glaubens bleibt – eine große Liebe zu allen Menschen, eine Weite, eine Barmherzigkeit und ein Wissen um die Fehlbarkeit der eigenen Überzeugungen.

Spannend fand ich auch, wie im Podcast definiert wurde, was der Kern des Christentums ist, also was die Dinge sind, die unbedingt geglaubt werden müssen (und zwar nach einer bestimmten Art und Weise geglaubt werden müssen) – im Unterschied zu sekundären Fragestellungen, an denen die Einheit nicht scheitern sollte. So gehört Ihrer Meinung nach zum Kern „daß Christus gestorben sei für unsre Sünden nach der Schrift, und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage nach der Schrift…“ (1.Kor.15,3f), Wohingegen zum Beispiel die Frage nach der Taufe nicht zum Kern gehört. Aber man könnte auch den Hebräerbrief heranziehen, wo explizit von den Grundlagen des Glaubens gesprochen wird, als da sind: „die Abkehr vom Götzendienst und die Hinwendung zum wahren, lebendigen Gott, die Taufe und die Handauflegung, die Auferstehung der Toten und das letzten Gericht.“(Hebr.6,1f). Jetzt gehört die Taufe doch zum Kern und sogar die Handauflegung und das Gericht. Ich persönlich zitiere am liebsten Paulus im Timotheusbrief, wenn es darum geht, den Kern aller Lehre und aller Unterweisung und damit der ganzen Heiligen Schrift zu beschreiben: „Die Unterweisung in der Lehre unseres Glaubens hat nur das eine Ziel: die Liebe… Das haben einige Leute aus den Augen verloren und sich nutzlosem Geschwätz hingegeben.“ (1.Tim.1,5f). Aber noch besser wäre es, Jesus Christus selbst heranzuziehen, der in Matthäus 25 deutlich macht, dass sich das ewige Schicksal der ganzen Welt daran entscheidet, wie man sich gegenüber den Hungrigen, Durstigen, Nackten, Kranken und Gefangenen verhalten hat.
Man kann es drehen und wenden, wie man will: die Bibel bleibt vielstimmig und mehrdeutig. Sie auf irgendetwas festzulegen oder einen Kern zu definieren, ist am Ende immer ein subjektives Unternehmen. Und das finde ich gar nicht schlimm, Denn solange unser Wissen Stückwerk ist und wir immer Kinder unserer Zeit sind, gibt es immer nur subjektive Erkenntnis. Wir sollten aber wenigstens ehrlich darüber sein.

3. Denkfehler: „Dasselbe Vokabular, aber ein zerstörtes Wörterbuch“ – Das Mosaik des Kreuzes

Besonders scharf formuliert der Podcast den Vorwurf, Progressive würden Begriffe wie Erlösung, Liebe und Kreuz verwenden, ihnen aber den Inhalt rauben – vor allem dadurch, dass die Lehre von der stellvertretenden Strafsühne (Penal Substitutionary Atonement) hinterfragt wird. Dieser Vorwurf beruht auf einem folgenreichen Irrtum: Er verwechselt eine historisch späte Einzeltheorie mit dem biblischen Evangelium selbst und ignoriert die theologische Vielfalt, mit der das Neue Testament und die frühe Kirche die Bedeutung des Todes Jesu bezeugen.

Kirchengeschichtlicher Befund: Ein Jahrtausend ohne „Strafsühne“

Die Behauptung, die stellvertretende Strafsühne sei der historische Konsens der Christenheit seit 2.000 Jahren, hält einer historischen Überprüfung nicht stand. Die Kirche hat in den ersten tausend Jahren kein verbindliches Dogma über die genaue FUnktionsweise des Kreuzes formuliert. Stattdessen existierten verschiedene Heilsmodelle nebeneinander:

Modell Hauptvertreter Kerngedanke Metaphernraum
Christus Victor (Klassisches Modell) Frühe Kirche, Irenäus, Origenes, Gregor von Nyssa, Athanasius Am Kreuz besiegt Christus die Mächte der Finsternis, den Tod und die Sünde. Die Menschheit wird aus kosmischer Knechtschaft befreit.

 

Kosmischer Kampf / Befreiung aus Sklaverei
Rekapitulation (Heilung der Natur) Irenäus von Lyon (ca. 135–202) Christus als „zweiter Adam“ durchläuft alle Phasen des Menschseins im Gehorsam und heilt die beschädigte menschliche Natur von innen heraus.

 

Kosmische Restauration / Inkarnation
Satisfaktionslehre Anselm von Canterbury (1033–1109) Die Sünde verletzt Gottes göttliche Ehre und die Weltordnung. Der Gottmensch Jesus leistet stellvertretend Genugtuung (satisfactio).

 

Feudales Rechts- und Ehrsystem
Moralische Versöhnung Peter Abaelard (1079–1142) Das Kreuz ist die ultimative Offenbarung der bedingungslosen Liebe Gottes, die das verhärtete Herz des Menschen zur Gegenliebe bewegt.

 

Beziehungsgeschehen / Transformation
Strafende Stellvertretung (Penal Substitution) Johannes Calvin, Reformatoren (16. Jh.) Gott muss Sünde strafen. Jesus tritt an die Stelle der Sünder und trägt den Zorn und die Strafe Gottes stellvertretend ab.

 

Forensischer Gerichtssaal
Mimetische Theorie René Girard (20. Jh.) Das Kreuz entlarvt den menschlichen Sündenbock-Mechanismus. Jesus stirbt als unschuldiges Opfer menschlicher Projektion und Gewalt. Anthropologie / Soziologie

 

Für Kirchenväter wie Athanasius (De Incarnatione) war das Problem des Menschen nicht eine juristische Strafschuld vor einem zornigen Richter, sondern die Vergänglichkeit und die Verstrickung in die Macht des Todes. Das Kreuz ist der Ort des Sieges über den Tod, keine göttliche Hinrichtungsstätte zur Zornesberuhigung. Erst im 16. Jahrhundert machten die Reformatoren aus Anselms Genugtuung eine juristische Strafvollstreckung. In meinem Buch „Wenn der Glaube keine Kraft hat“ zähle ich die unterschiedlichsten Deutungen des Kreuzes in der Bibel auf. Das ist ein ganzes Mosaik an Bildern und Metaphern. Ich empfinde es als Frechheit, eine kirchengeschichtliche Deutung herauszugreifen und sie zum Status quo christlicher Rechtgläubigkeit zu erheben.

Exegetischer Befund: Das Neue Testament als Metaphern-Mosaik

Das Neue Testament bietet kein geschlossenes juristisches System, sondern bedient sich unterschiedlicher Lebenswelten der Antike:

  • Der alttestamentliche Kult: Wenn Paulus in Römer 3,25 von Christus als „Sühnestätte“ (hilasterion) spricht, greift er das Bild des Kapporet auf (der Gnadenstuhl am Versöhnungstag). Im hebräischen Denken bedeutet Sühne (kippur) nicht die Besänftigung eines zornigen Gottes, sondern Reinigung und Entgiftung der Schöpfung von den Folgen der Sünde. Gott ist im biblischen Kult das Subjekt, das Versöhnung schenkt – nicht der Empfänger, der beschwichtigt werden muss (Lev 17,11).
  • Loskauf (Apolytrosis): Das „Lösegeld für viele“ (Mk 10,45) meint im antiken Kontext die Freilassung von Kriegsgefangenen oder Sklaven. Es betont die Befreiung in ein neues Leben, keine Zahlung an einen strafenden Gott.
  • Versöhnung (Katallage): Paulus schreibt unmissverständlich: „Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu“ (2. Kor 5,19). Gott steht am Kreuz nicht Jesus als fordernder Richter gegenüber; Gott selbst handelt in Christus.

Die Botschaft Jesu und das Trinitätsverständnis

Wer die Strafsühne verabsolutiert, gerät in Konflikt mit Jesus selbst:

  1. Vergebung ohne Vorleistung: Im Gleichnis vom barmherzigen Vater (Lk 15) vergibt der Vater dem Sohn bedingungslos – ohne Gericht, ohne Strafvollzug, ohne Sühnopfer.
  2. Das Wesen von Vergebung: Im Gleichnis vom Schalksknecht (Mt 18) wird Schuld aus reinem Erbarmen erlassen, nicht durch einen Dritten bezahlt. Eine bezahlte Schuld ist kein Akt der Gnade, sondern ein buchhalterischer Ausgleich.
  3. Trinitarische Einheit: Die Vorstellung, dass der Vater seinen Zorn am Sohn entlädt, spaltet die Trinität in einen strafenden Gott und einen liebenden Retter. Doch das Evangelium bezeugt: Vater und Sohn handeln in vollkommener Einheit der Liebe (Joh 10,30).

Am Kreuz stirbt Jesus nicht, um Gottes Zorn zu stillen, sondern um die Gewalt, Sünde und Feindschaft der Welt an sich herankommen zu lassen, in sich aufzunehmen und durch vergebende Liebe endgültig zu entmachten.

4. Denkfehler: Enge als Ausweis von Rechtgläubigkeit

Gegen Ende des Podcasts plädieren die Teilnehmer dafür, klare Trennlinien zu ziehen: Progressive Theologen dürften nicht angestellt werden, Gemeinden müssten sich schützen, und Bekenntnisklarheit stehe über Weite. Genau diese Haltung ist die Ursache dafür, dass unzählige engagierte Christen ihren Heimatgemeinden entfremdet werden:

  • Sie verlassen Gemeinden nicht, weil sie Jesus ablehnen, sondern weil sie vor einer Kultur der Angst, Ausgrenzung und geistlichen Bevormundung kapitulieren.
  • Wer theologische Einheit über dogmatische Detailfragen (wie Schöpfungstage, Sühnemodelle oder Sexualethik) definiert, verwechselt das Evangelium mit einem System der Gesinnungskontrolle.

Und wie scheinheilig ist es eigentlich, sich plötzlich auf die altkirchlichen Bekenntnisse zu berufen als Beleg dafür, dass man tatsächlich zum Christentum gehört? In kaum einer Gestalt des Christentums spielen die altkirchlichen Bekenntnisse so wenig eine Rolle wie im klassischen Evangelikalismus. Und wenn man auf einmal das apostolische Glaubensbekenntnis so sehr betont, dann muss man sich auch verdeutlichen, dass gerade in diesem Glaubensbekenntnis nichts ausgesagt wird über ein bestimmtes Bibelverständnis, ein bestimmtes Kreuzesverständnis oder ein bestimmtes Verständnis von Hölle und Gericht. Kreuz, Auferstehung, Gericht werden einfach nur erwähnt, aber gerade nicht dogmatisch ausgeführt. Bibel und Hölle werden übrigens gar nicht erwähnt.

In einer gesunden Kirche ist die Mitte Jesus Christus – in seiner Liebe, seiner Gnade und seiner Nachfolge. Eine starke Mitte braucht keine hohen Zäune. Wo Jesus wirklich im Zentrum steht, entsteht Raum für Zweifelnde, Suchende und Andersdenkende, ohne dass sie ein Bekenntnisgericht fürchten müssen.

Fazit: Warum dieser Podcast am Kern vorbeigeht

Der Beitrag des Apologetik Projekts bedient die klassischen Reflexe eines bedrängten Systems: Er karikiert Andersdenkende, baut theologische Strohmänner auf und erklärt jede vertiefte Weiterentwicklung zur Zerstörung des Glaubens. Progressive Theologie ist kein Abbruchunternehmen, sondern eine Rückbesinnung auf das Wesentliche:

  • Einen Glauben, der den Verstand nicht ausschaltet.
  • Ein Bibelverständnis, das Jesus zum hermeneutischen Schlüssel nimmt.
  • Ein Gottesbild, das von bedingungsloser Liebe statt von himmlischer Vergeltungslogik geprägt ist.
  • Und eine Kirche, die ein Schutzraum für Menschen ist – kein Wächterrat über Dogmen.

Ich bin auf meiner postevangelikalen Glaubensreise nicht einfach liberal oder lau geworden, sondern die Liebe, die Gott mir seit über 50 Jahren schenkt, hat endlich auf meine Theologie abgefärbt. Und ich folge Jesus Tag für Tag nach, damit diese Liebe auch auf meinen Charakter abfärbt.
Wer an einem echten Dialog interessiert ist, begegnet Suchenden nicht mit Warnschildern, sondern setzt sich an denselben Tisch, hört zu und entdeckt gemeinsam die Weite und Liebe der frohen Botschaft.